Kontaktieren Sie uns: D: +49 7642 92409-0
A: +43 732 6978-0
CN: +86 21 28986790
info@industrieinformatik.com
Zum Kontaktformular

ERP vs. MES Oder warum ein ERP alleine nicht alle im Unternehmen glücklich macht

ERP- und MES-Lösungen dienen der Optimierung von Geschäfts- und Produktionsprozessen. Unternehmen setzen heute verstärkt auf die Vorteile beider Systeme, da ERP-Systeme erfahrungsgemäß nicht die planungs- und fertigungsnahen Stärken flexibler MES-Lösungen im Produktionsumfeld aufweisen können. MES-Systeme können schnell reagieren und bieten die Flexibilität, die immer rasanter auftretenden Veränderungen im Fertigungsbereich rasch abzubilden und diese optimal zu unterstützen.

ERP-Systeme sind komplex und schwerfällig, sorgen aber auch für eine Optimierung von Geschäftsprozessen und Standardisierung der Organisation; sie erleichtern und optimieren zudem die Kommunikation zwischen Abteilungen. Ihre Stärken haben sie vornehmlich im Finanz- und Rechnungswesen, im Controlling, in der Personalwirtschaft, in Verkauf und Marketing und in der Stammdatenverwaltung. Und sie haben einen Grobplanungshintergrund, der sehr wesentlich ist und auf dem jedes MES üblicherweise aufbaut. ERP ist daher ohne Frage das Fundament, auch in der Fertigung.

Verlässliche Daten aus dem MES fürs Management

Die Vorteile von MES-Lösungen in der Fertigung beginnen ganz vorne im Bereich der Planung. Durch eine Feinplanung im MES entstehen hier Möglichkeiten von Rüstoptimierung und genauer Belegung von Einzelmaschinen. ERP-Systeme belegen hingegen üblicherweise Arbeitsplatzgruppen und gehen nicht mehr bis auf das Einzelaggregat herunter. Es ist eher selten, dass hier noch eine Sekundärressource wie der einzelne Werker berücksichtigt werden kann. Die Feinplanung in einem MES-System hingegen setzt sich mit genau diesen Themen auseinander.

Industrie Informatik ERP vs. MES ShopfloorDennoch ist ein MES-System nur eines von vielen Systemen, die wie Satelliten um das ERP herum angeordnet sind. In der Praxis entsteht oft aus Bereichen wie BI, Big Data, Controlling oder QS eine gesamte Systemlandschaft. Das ERP-System ist und bleibt jedoch das notwendige Rückgrat, während ein MES-System ganz klar in Richtung Fertigung abzielt und das Bindeglied zur Maschine darstellt. Das MES sorgt für die Daten aus der realen Welt, wie sie eben in der Fertigung anfallen - zeitnah mit guter Qualität und nur einmal erfasst. Diese Daten werden verdichtet und validiert an das ERP-System weitergegeben.

In dieser vom MES erzeugten hohen Qualität, bilden diese Daten schließlich eine verlässliche Basis zur Berechnung von Kennzahlen und Darstellung detaillierter Informationen. Die damit geschaffene Informationszentrale findet in den verschiedensten Bereichen Anwendung und steht somit einerseits für Produktionsmitarbeiter parat und dient zeitgleich als Basis für Managemententscheidungen.

Wertschöpfung mit MES direkt am Shop Floor

Der Fokus von MES Lösungen liegt daher ganz klar auf der Fertigung, während sich ERP-Systeme auf die betriebswirtschaftliche Seite des Unternehmens konzentrieren. Dass beide Systeme sich verstehen und miteinander kommunizieren müssen, steht dabei außer Frage.

Unabhängig davon sieht sich ein MES-System immer mit der Notwendigkeit konfrontiert, sehr rasch auf geänderte Bedingungen im Fertigungsumfeld reagieren zu müssen. Denn die Fertigung ist ein extrem dynamischer Bereich. Unternehmen schaffen fast im Halbjahreszyklus neue Maschinen an und verändern Personalkapazitäten – all das muss ein MES-System schnell und flexibel aufnehmen, umsetzen und abbilden können.

Doch diese große Bandbreite und hohe Geschwindigkeit sind in ERP-Systemen normalerweise nicht gegeben und auch nicht unbedingt notwendig, weil die dort abgebildeten Prozesse erfahrungsgemäß von längerer Dauer sind. Man sollte hier aber nicht von einer Schwachstelle des ERP-Systems sprechen, da der Fokus ganz klar in einer anderen Richtung liegt - und zwar dem fertigen Produkt. Ein MES hingegen muss bereits in der Fertigung reagieren und die Flexibilität bieten, Änderungen rasch abzubilden und optimal zu unterstützen. Pointiert könnte man auch sagen, dass die eigentliche Wertschöpfung direkt am ‚Shop Floor’ passiert.

Fertigung in Industrie 4.0 fordert Veränderungen

Industrie Informatik ERP vs. MES VeränderungBlickt man nun in Richtung ‚Industrie 4.0’ und in die Zukunft der Produktion, wird schnell klar, dass sich beide Systeme ändern müssen - allerdings mit verschiedenen Anforderungen. Industrie 4.0 ist ein breites Thema, bei dem automatisierungstechnisch getrieben neue Möglichkeiten in der Produktion entstehen, die wiederum neue Geschäftsmodelle ermöglichen. Und genau diese neuen Geschäftsmodelle müssen natürlich auch von einem führenden System wie ERP unterstützt werden. Was nun die MES-Systeme anbelangt, wird Industrie 4.0 auch hier zu Veränderungen führen - wenn nicht in Richtung einer Produktion mit Losgröße 1, dann zumindest in Richtung Unterstützung kleinerer Losgrößen.

Das immense Kapital an Daten aus dem MES im Industrie 4.0-Umfeld wird auch in den ERP-Systemen zwangsläufig zu Umbrüchen führen, sodass die damit verbundenen Möglichkeiten abgebildet werden können. So gesehen sollten MES und ERP wachen Auges und gemeinsam den Weg in Richtung Industrie 4.0 gehen, wollen sie auch hier wieder ihre wahren Stärken im Zusammenspiel entfalten.

Noch mehr zum Thema: Warum MES und ERP?

Zurück

Ich stimme zu, dass diese Seite Cookies für Analysen, personalisierten Inhalt und Werbung verwendet. Mehr erfahren