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Plattformtechnologie, Individualisierung und der Wandel der Automatisierungspyramide

Der Wandel zur digitalen Fertigungsplattform: Auf ein Wort mit Bernhard Falkner
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Neue Plattformtechnologien, Künstliche Intelligenz und Individualisierung prägen aktuell die Trends im Bereich Manufacturing Execution Systems und in der Shopfloor IT. Wir haben DI (FH) Bernhard Falkner, CTO, zum Gespräch über aktuelle Entwicklungen gebeten.

 

Herr Falkner, zunächst herzlichen Glückwunsch zu einem außergewöhnlichen Jubiläum! Sie gestalten seit 25 Jahren die Prozesse bei Industrie Informatik und kaum jemand kennt die Branche und ihre Aufgabenstellungen so genau wie Sie!

Danke, ich beschäftige mich seit 1996 in verschiedenen Positionen in den Bereichen Development, Consulting, Projektleitung und Produktmanagement mit dem Thema Fertigungsoptimierung und bin inzwischen seit neun Jahren als Geschäftsführer tätig. Funktionell, technologisch und begrifflich — von CIM über BDE und MES zur Fertigungsplattform  — hat sich seither viel getan. Konstant geblieben ist aber vor allem eines: Unser Engagement, dem Kunden innovative Lösungen zu bieten!

 

Welcher Wandel zeichnet sich momentan ab?

Mehr denn je, sollten sich Unternehmen damit auseinandersetzen, ihre Fertigung nachhaltig zu digitalisieren, um auch in Krisensituationen wie diesen abgesichert zu sein.

Die Automatisierungspyramide ist seit Jahren die anerkannte Darstellung der verschiedenen Ebenen oder Hierarchien in der Fertigungsindustrie. Beginnend am Shopfloor bzw. dem Produktionsprozess, spitzt sie sich über die verschiedenen Hard- und Softwaresysteme bis hin zum führenden ERP-System zu. Als MES-Anbieter sehen wir uns schon seit Jahren als Bindeglied zwischen Shopfloor und Unternehmensleitebene in der Mitte der Pyramide. Die Automatisierungspyramide wie wir sie heute kennen, unterliegt jedoch einem klaren Wandel und wird sich in den kommenden Jahren nach und nach auflösen. Monolythische, abgeschottete Softwaresysteme weichen flexiblen Anwendungen, Prozessen und Micro­services.

 

Wie sieht eine moderne, digitale Systemlandschaft in Bezug auf die Smart Factory aus?

Ein MES alleine wird die steigenden Anforderungen an eine Smart Factory nicht mehr abbilden. Der User wählt künftig seine „Bausteine“ aus der gesamten Systemvielfalt – unabhängig von Hersteller und technologischer Basis – Stichwort „Best-of-Breed Ansatz“. Eine zukunftsfähige Fertigungsplattform wie unsere cronetworld hat die Aufgabe, alle nötigen (Einzel-)Komponenten zusammenzuführen und zu „orchestrieren“. Grundvoraussetzung dafür ist natürlich die Öffnung dieser Plattform in Richtung einer wachsenden Systemlandschaft und den damit verbundenen Chancen und Möglichkeiten. Eigene, periphere und fremde Lösungen müssen problemlos angebunden und integriert werden können. Der Schlüssel liegt in einer offenen Schnittstellen- und Kommunikationsebene, die genau das möglich macht.

 

Welche Optimierungsthemen ergeben sich Ihrer Erfahrung nach in der Praxis?

Dank einer leistungsfähigen und integrativen Fertigungsplattform profitieren User von einer flexiblen Produktion, die es heute braucht, um auf dem schnelllebigen Markt wettbewerbsfähig zu bleiben. Damit können wir unseren Usern das Beste aus zwei Welten anbieten – Stabilität und Funktionsumfang einer Standardlösung auf der einen Seite und releasesichere Individualisierbarkeit für maximale Flexibilität, auf der anderen Seite. Prozesse können damit schnell und dynamisch an neue Gegebenheiten angepasst werden.
Je nach Know-how und User-Anforderungen können verschiedenste Bausteine sogar völlig eigenentwickelt oder mittels Low-Code Development erstellt werden. Wir sprechen hier von einer massiv optimierten Time2Solution. Somit kann die zukunftsfähige Fertigungsplattform ihre Stärken in neuem, ungeahntem Ausmaß entfalten und den Weg zur Smart Factory ebnen.

 

Wie kann Industrie Informatik im Rahmen der Digitalisierung unterstützen?

Digitalisierungsmaßnahmen sind die Grundvoraussetzung für eine solide Zukunftsorientierung und Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit im industriellen Umfeld. In diesem Zusammenhang bildet ein Manufacturing Execution System wie cronetwork nach wie vor die stabile Basis für die Abwicklung digitaler Fertigungsprozesse.

Mit unserer integrativen Fertigungsplattform cronetworld erweitern wir unser Portfolio in Richtung Individualisierung und ermöglichen damit die flexible Integration sowohl von Softwareprodukten anderer Hersteller als auch eigens entwickelter Lösungen, u.a. in folgenden Bereichen:

  • digitaler Zwilling auf Basis von Einzelteilrück­verfolgung
  • Predictive Analytics Modelle auf Basis von Machine Learning
  • Feinplanung mit künstlicher Intelligenz
  • Low-Code Development zur visuellen Entwicklung von Applikationen ohne Programmierkenntnisse
  • Datenkonsolidierung im Sinne der IT/OT-Konvergenz

 

Und wie sieht konkret die agile Umsetzung aus?

Für eine rasche Einführung bei Manufacturing-Execution-Projekten schaffen wir ganz neue Möglichkeiten zur schnellen und skalierbaren Individualisierung. Die wichtigen Eckpfeiler an dieser Stelle sind ein effizientes Customizing durch Parametrierung, anstelle von Programmierung, Engineeringmöglichkeiten basierend auf unserer innovativen Portaltechnologie, releasesichere Kundenentwicklungen mittels Low-Code-Technologien und der umfangreiche Zugriff auf Best-Practice-Lösungen im eigenen Solution Store. All diese Maßnahmen stützen eine Verkürzung der Time2Solution und ermöglichen agile Vorgehensmodelle!

Plattformtechnologie am Weg zur Smart Factory

Die ganzheitliche cronetworld Philosophie vereint shopfloornahe Anwendungen aus cronetwork mit Technologien sorgfältig ausgewählter Partner zur 360 Grad Fertigungsplattform.

Dipl.-Ing. Bernhard Falkner ist Chief Technology Officer der Industrie Informatik GmbH und zeichnet für die Bereiche Produktmanagement und Entwicklung verantwortlich.

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